Kategorie-Archiv: Inhaltliche Arbeit / Wissensvermittlung / Erfahrungsaustausch

Selbstständiges Lernen mit der Leittextmethode fördern

Am Beispiel der Leittextmethode wird deutlich, dass die vermeintliche Vielfalt an Methoden in der Erwachsenenbildung oft gar keine ist. So ist die eindeutige Abgrenzung zwischen der Leittextmethode und der 4-Stufen-Methode (Arbeitsunterweisung) schwierig.

Beide dienen der Vermittlung von Wissen und sollen – so zumindest die zugrundeliegende Idee – das selbstständige Lernen fördern. Ob die zielgerichtete Anleitung in kleinen, vorgegebenen Arbeitsschritten tatsächlich geeignet ist um Selbstlernprozesse in Gang zu setzen ist allerdings umstritten.

Unabhängig von dieser grundlegenden Kritik an der Leittextmethode bzw. der 4-Stufen-Methode gehören beide zu den am häufigsten im Rahmen der Erwachsenenbildung, insbesondere in der betrieblichen Bildung, eingesetzten Methoden. Selbstständiges Lernen mit der Leittextmethode fördern weiterlesen

Aktive und passive Lehrmethoden

Seit etlichen Jahren gibt es einen allgemeinen Trend weg von passiven Lehrmethoden und hin zu aktiven Lehrmethoden. Diese Entwicklung hält unverändert an und wird sich zukünftig wahrscheinlich auch noch weiter fortsetzen.

Passive Lehrmethoden

Passive Lehrmethoden (z.B. Vortrag, Präsentation) sind dadurch gekennzeichnet, dass die Aktivität überwiegend beim Lehrenden liegt, während der Lernende in eine passive Zuhörerrolle gedrängt wird. Passive Lehrmethoden eignen sich lediglich für die Vermittlung von reinem Faktenwissen. Eine bessere Sozial- oder Handlungskompetenz („soft skills“) beim Lernenden kann damit nicht erreicht werden.

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Aktive Lehrmethoden

In Abgrenzung dazu werden bei aktiven Lernmethoden die Lernenden von Anfang an in die Vermittlung des Lehr-/Lernstoffes einbezogen. Aktive Lehrmethoden zielen häufig auf die Vermittlung von Erfahrungen durch eine Konfrontation mit praktischen Problemen ab. Dies kann entweder in der Praxis selbst, in der Praxis nachempfundenen Modellsituationen (Bsp. Rollenspiel), bei Kleingruppenarbeit usw. der Fall sein. Der Vorteil aktiver Lehrmethoden liegt in der Realitätsnähe und in der Beteiligung der Lernenden, was zu einer deutlich höheren Lernmotivation der Lernenden führt.

Fachwissen ist nicht gleich Fachkompetenz

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Quelle: pixabay.com / User: geralt / Lizenz: CC0

Wenn jemand über Fachwissen verfügt, dann bedeutet dies, dass er einen guten Überblick über ein spezielles Fachgebiet hat. Er versteht die gängigen Fachausdrücke. Außerdem kennt er die üblichen Arbeitsmittel sowie deren sachgemäße Anwendung. Zudem sind ihm die wichtigsten Rahmenbedingungen seines Fachs geläufig.

Wenn es darum geht erfolgreich zu arbeiten oder Wissen zu vermitteln, ist dieses Fachwissen allein aber nicht ausreichend. Dafür ist Fachkompetenz erforderlich.

Bezogen auf die Arbeitstätigkeit in einem Fachgebiet bedeutet Fachkompetenz, dass jemand die an ihn gestellten Aufgaben selbstständig, eigenverantwortlich und fachgerecht bewältigen kann.

Im Hinblick auf die Trainertätigkeit heißt Fachkompetenz, dass jemand in der Lage ist sein Fachwissen zielgerichtet, auf das Wesentliche reduziert, übersichtlich, praxisorientiert und durch einleuchtende Beispiele veranschaulicht weiterzugeben.

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Kleingruppenarbeit: Methode66

Was versteht man unter der Methode66?

Die Methode66 ist eine effektive Möglichkeit eine Aufgabe von mehreren Kleingruppen bearbeiten zu lassen und dadurch unterschiedliche Lösungsansätze zu erhalten. Alternativ können den Kleingruppen auch unterschiedliche Teilaufgaben zugewiesen werden. Dadurch ergibt sich mit Hilfe der Methode66 eine erhebliche Zeitersparnis bei der Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen.

Benannt ist die Methode66 nach der Anzahl der Mitglieder der einzelnen Kleingruppen (6 Teilnehmer) und dem für die Bearbeitung der Aufgabe vorgegebenen Zeitraum (6 Minuten). Kleingruppenarbeit: Methode66 weiterlesen

Komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche reduzieren

Didaktische Reduktion

Den Umfang von Informationen sinnvoll zu begrenzen und/oder das Ineinandergreifen von unterschiedlichen Sachverhalten verständlich darzustellen gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Lehrenden. Diese Auswahl und Aufbereitung ist nicht nur aus Zeitgründen  erforderlich, sondern auch um den Lernstoff für die Lernenden überschaubar und nachvollziehbar zu machen.

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Beispiele für didaktische Reduktionen

  1. Man beschränkt den Lernstoff vertikal (in der Tiefe), weil man Themeneinsteigern zunächst nur einen allgemeinen Überblick über ein Thema geben möchte.
  2. Man reduziert die Informationen horizontal (in der Breite) für den Austausch mit anderen Fachexperten, die man regelmässig über neue Entwicklungen innerhalb des gemeinsamen Themengebietes auf dem Laufenden hält.
  3. Man wendet sowohl eine vertikale als auch eine horizontale Reduktion an, weil man sich auf die Weitergabe von Wissen konzentriert, welches einen klar erkennbaren Anwendungsbezug hat, d.h. der ausgewählte Lernstoff soll für die Lernenden einen praktischen Nutzen haben.