Kreativitätstechniken: Brainwriting (Methode 635)

Was versteht man unter Brainwriting?

Das Brainwriting gehört als Weiterentwicklung des → Brainstorming zu den Kreativitätstechniken und wird auch als Methode 635 (6 Teilnehmer formulieren jeweils 3 Ideen in 5 Minuten.) bezeichnet. Im Unterschied zum Brainstorming notieren die Teilnehmer beim Brainwriting ihre Ideen schriftlich. Außerdem beziehen sie sich nach kurzer Überlegungszeit jeweils direkt auf die Lösungsvorschläge der anderen Gruppenteilnehmer und entwickeln so deren Ursprungsideen weiter.

Wann wird ein Brainwriting eingesetzt?

Genauso wie das Brainstorming kommt das Brainwriting entweder direkt zu Beginn einer Themenbearbeitung zum Einsatz oder wenn die Auseinandersetzung mit einem Thema zum Stillstand gekommen ist. Das Ziel des Brainwriting ist dabei ebenfalls identisch mit dem des Brainstorming – Die Seminarteilnehmer sollen sich durch ihre Beiträge gegenseitig inspirieren und so gemeinsam eine möglichst große Vielfalt an Ideen produzieren.

Wie läuft ein Brainwriting ab?

Der für ein Brainwriting erforderliche Zeitaufwand beträgt 30 Minuten. Eine Gruppe besteht aus sechs Personen.

Beim Brainwriting erhält zunächst jeder Teilnehmer ein vorbereitetes Formular. In dieses schreibt er jeweils eine Idee in eins der drei dafür vorgesehenen Problemlösungsfelder. Dafür werden 5 Minuten Zeit gegeben.

Anschliessend werden die Zettel reihum weitergegeben. Jeder Teilnehmer ergänzt die bereits notierten Ideen und versucht diese weiterzuentwickeln. Dafür werden wiederum 5 Minuten Zeit gegeben.

Insgesamt gibt es beim Brainwriting sechs Runden von jeweils 5 Minuten Dauer.

Was sind die Vor- und Nachteile des Brainwriting?

Das Brainwriting erfordert kaum Vorbereitungszeit und ist sehr einfach in der Umsetzung. Außerdem gelingt es dadurch die Ideen wirklich aller Seminarteilnehmer zu sammeln, d.h. sich üblicherweise verstärkt äussernde Meinungsführer werden ausgebremst und ansonsten stillere Teilnehmer gleichberechtigt mit eingebunden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass mit Hilfe des Brainwriting auch komplexere Fragestellungen bearbeitet werden können, weil die Vorschläge der Vorschreiber ergänzt und weiterentwickelt werden.

Ein entscheidender Nachteil des Brainwriting ist, dass es dadurch oft zu einer vorschnellen Bewertung von Ideen und Lösungsvorschlägen kommt. Nicht selten verläuft das Brainwriting auch von Runde zu Runde schleppender, weil einzelnen Gruppenmitgliedern nichts Neues mehr einfällt.