WissensvermittlerIn, BildungsdienstleisterIn oder LernbegleiterIn

Der konstruktive Umgang mit einer Lerngruppe setzt voraus, dass ich mir zunächst einmal über meine eigene Rolle als SeminarleiterIn klar werde. Wer bin ich, was kann ich, welche Vorstellung habe ich und wie möchte ich arbeiten? Erst dann geht es um die TeilnehmerInnen, die Seminarplanung, die Methodenauswahl usw.

Sehe ich mich als Fachmann/frau dem/der es hauptsächlich darum geht sein/ihr Wissen weiterzugeben? Ist es mir wichtig meinen sorgsam ausgetüftelten Seminarplan exakt umzusetzen und tue ich entsprechend mein Möglichstes damit die Teilnehmenden dem roten Faden vom Anfang bis zum Ende folgen? Will ich für die Gruppe eine Lernumgebung schaffen die Mitgestaltung ermöglicht und Selbstlernprozesse unterstützt?

Fortschrittlich, faul, flexibel oder fatalistisch

Die Beweggründe beispielsweise für den Einsatz von Gruppenarbeit sind entsprechend unterschiedlich. Gruppenarbeitsmethoden gelten als modern und ermöglichen es den Lernenden sich aktiv einzubringen. Nicht alle Teilnehmenden wollen das. Und manch ein/e Seminarleiter/in sieht sie auch eher als Pause für sich selbst. Aber vor allem – wie geht es danach weiter? Ergebnisse stillschweigend abnicken und zügig zur Tagesordnung wechseln? Auf sämtliche Einwände/Wünsche/Ideen/Anregungen Rücksicht nehmen und den Seminarablauf unaufhörlich anpassen? Den Teilnehmenden die volle Verantwortung übertragen und sie einfach machen lassen?

Um als SeminarleiterIn nicht vom Seminargeschehen und der Gruppendynamik überrollt zu werden sollte ich mir bereits im Vorfeld Gedanken über meine Vorgehensweise machen und dann nicht zuletzt durch die Methodenauswahl entscheiden wieviel Raum ich den TeilnehmerInnen geben möchte.

Buchtipp: Andrea Lienhart “Seminare, Trainings und Workshops lebendig gestalten (Haufe TaschenGuide)” (Amazon-Partnerlink)