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Leitfaden für partizipative Trainingsmethoden

Unter partizipativer Erwachsenenbildung (Partizipation, lat. participatio = Teilhabe, Mitwirkung) versteht man einen wechselseitigen (interaktiven) Lehr-/Lern-Prozess von DozentInnen und TeilnehmerInnen. Dem Wissen, den Fähigkeiten, dem Erfahrungsschatz sowie den Interessen der TeilnehmerInnen kommt dabei eine größere Bedeutung als dem Expertenstatus der DozentInnen zu.

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Weitergehende Informationen dazu bietet der 36seitige “Leitfaden für partizipative Trainingsmethoden” von Eva Engelhardt-Wendt, der hier kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Es handelt sich dabei um eine ältere Veröffentlichung (2003) die aber unverändert eine gute Grundlage für die Seminarplanung ist.

“Lernsinn” stiften

Erwachsene lernen insbesondere dann erfolgreich und effizient, wenn sie selbst in ihrem Tun einen Sinn erkennen. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung den Nutzen der Lerninhalte z.B. für die alltägliche Arbeit hervorzuheben. Dieser Bezug zur Praxis sollte nach Möglichkeit außerdem durch Verknüpfungen zu bereits vorhandenem Wissen und bisherigen Erfahrungen der TeilnehmerInnen unterstützt werden. “Lernsinn” stiften weiterlesen

Viele lehren so wie sie früher gelernt haben.

Der Frontalunterricht im Vortragsstil gilt heutzutage im Bereich der Erwachsenenbildung als nicht mehr zeitgemäß .

Interessanterweise arbeiten in der Erwachsenenbildung eher weniger Pädagogen/innen, sondern überwiegend Fach- und Führungskräfte. Wenn diese sich aber nicht eplizit auf die neue Rolle als Dozent/in vorbereitet haben oder von Pädagogen/innen darauf vorbereitet wurden, belehren sie die zu unterrichtenden Erwachsenen oft so wie sie es früher selbst als Schüler/in gelernt haben.

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Sie haben häufig ein Rollenverständnis (Dozent/in = aktiv Vortragende/r, Teilnehmer/in = passiv Zuhörende/r) welches einer erfolgreichen Seminartätigkeit im Wege steht. Denn während ein/e Lehrer/in ihren/seinen Schülern/innen in der Regel deutlich überlegen ist, sind Dozent/in und Teilnehmer/innen in der Erwachsenenbildung einander oft ebenbürtig.  Es ist wichtig, sich diese Tatsache immer wieder bewusst zu machen.

Mehr zu dem Thema finden Sie unter dem Stichwort “partizipative Erwachsenenbildung“.

Aktive und passive Lehrmethoden

Seit etlichen Jahren gibt es einen allgemeinen Trend weg von passiven Lehrmethoden und hin zu aktiven Lehrmethoden. Diese Entwicklung hält unverändert an und wird sich zukünftig wahrscheinlich auch noch weiter fortsetzen.

Passive Lehrmethoden

Passive Lehrmethoden (z.B. Vortrag, Präsentation) sind dadurch gekennzeichnet, dass die Aktivität überwiegend beim Lehrenden liegt, während der Lernende in eine passive Zuhörerrolle gedrängt wird. Passive Lehrmethoden eignen sich lediglich für die Vermittlung von reinem Faktenwissen. Eine bessere Sozial- oder Handlungskompetenz (“soft skills”) beim Lernenden kann damit nicht erreicht werden.

Aktive Lehrmethoden

In Abgrenzung dazu werden bei aktiven Lernmethoden die Lernenden von Anfang an in die Vermittlung des Lehr-/Lernstoffes einbezogen. Aktive Lehrmethoden zielen häufig auf die Vermittlung von Erfahrungen durch eine Konfrontation mit praktischen Problemen ab. Dies kann entweder in der Praxis selbst, in der Praxis nachempfundenen Modellsituationen (Bsp. Rollenspiel), bei Kleingruppenarbeit usw. der Fall sein. Der Vorteil aktiver Lehrmethoden liegt in der Realitätsnähe und in der Beteiligung der Lernenden, was zu einer deutlich höheren Lernmotivation der Lernenden führt.

Siehe dazu auch die unter dem Stichwort “partizipative Erwachsenenbildung” veröffentlichten Informationen.